Gesammelte Werke 9. Ästhetik und Poetik II. Hermeneutik im by Hans-Georg Gadamer

By Hans-Georg Gadamer

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So ist der Gesang nicht in dem Sinne ein Zeichen, daß er hinzeigt auf ein Anderes, Kommendes, Gemeintes - in ihm selbst geschieht das Kommende. Ein spätes Bruchstück kann diese Zusammenhänge verdeutlichen. Es lautet: ...... L: ,J eifen die Fenster des Himfu'e1s~" Und freigelassen der Nachtgeist Der himmelstürmende, der hat unser Land Beschwätzet, mit'Sprachen viel, undichtrischen, und Den Schutt gewälzet Bis diese Stunde. Doch kommt das, was'ich will, Wenn! } 34 Hölderlin und das Zukünftige Offenbar hat der Dichter hier zwei mythische Motive verschmolzen: den griechischen Mythos von den Titanen und die Geschichte vom babylonischen Turmbau und der ihm folgenden Sprachverwirrung.

Er weiß nicht, wie der antike Seher, um Zukunft und Vergangenheit, weil das außerordentliche Wissen des Sehers alles Seiende umschließt. Es ist die Kraft seines Herzens, die das Vergangene in das Künftige wendet. Das Symbol der Nacht, des Dämmers zwischen gewesenem und kommendem Tage, meint diese geschichtliche Lage des Dichters, die für ihn Mangel und Fülle zugleich ist. Er liest nicht, als der vom Gott her Wissende, die Zeichen irgendeiner Zukunft, die den anderen verhüllt ist und doch zu wissen not.

Wie wir, ein Sohn Der Zeit, Gesetze gibt und, was die Heilige Dämmerung birgt, verkündet. 9,ie gleiche Überwindung des Gegensatzes von Nacht und Tag aus, die wir ·in HÖlderlinsEntWicklung des Titanenmotivs fanden. Die Ordnung des Tages kann nicht dem bloßen Übermut des siegreichen Gottes entspringen. Dann hätte sie keinen wahren Bestand. Der »Verstand« muß vielmehr hinzukommen, das heißt aber, das Wissen um die Natur, um die Abhängigkeit und Herkunft aus dem Dämmer der Zeit. Die Titanen sind mit Recht in den Abgrund verbannt, denn sie sind »Wilde«, die der Tag nicht duldet.

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